Besuch aus Moruca
Die Schüler dieser erst 1992 gegründeten Schule sind
Kinder der indigenen Bevölkerung des Regenwaldgebietes im nördlichen Guyana.
Sie können hier Ihr Abitur machen. Anschließend steht Ihnen zum Studium die Welt
offen, das karibische Abitur wird weltweit anerkannt.
Die Entwicklung der Schule, die erst um Ihre Anerkennung
kämpfen musste, wurde von der Hauptschule Am Hammer Leichlingen und vom
Umweltzentrum Chemnitz bereits seit einigen Jahren unterstützt. So wurde die
Errichtung eines Schülerwohnheims 1998 auch durch Geld aus Chemnitz, insbesondere
von den Stadtwerken, ermöglicht. Im Jahr 2001 spendeten durch die Vermittlung
des Oberbürgermeisters wieder die Stadtwerke und die Stadtsparkasse
Geld für die Errichtung einer Solaranlage zur
Stromversorgung der Schule. Die Chemnitzer Firma Solaris stellte die Anlage
zusammen und Schüler und Lehrer aus Leichlingen und Moruca montierten sie im
letzten Jahr auf das Dach der Schule. Seither gibt es nach 18.00 Uhr, in der
Dunkelheit, Licht zum Lernen und 2 Computer stehen für die 240 Schüler zum
Arbeiten zur Verfügung. Für unsere Verhältnisse sehr wenig, für die dortigen
ein großer Fortschritt. Mit wenig Geld aus Chemnitz wurde hier viel erreicht!
Lebendiger kann eine Klimabündnispartnerschaft kaum sein!
Am Donnerstag wurden die Besucher vom Kinder- u.
Jugendbeirat empfangen. Während der Fahrt mit einer historischen Straßenbahn
wurde Ihnen berichtet, wie sich der Kinder- und Jugendbeirat für die Interessen
der jungen Chemnitzer einsetzt. Gleichzeitig gab es eine Stadtbesichtigung. Im
alten Straßenbahndepot konnten die Gäste dann uralte Wagen erklettern und „besetzen“. Zweifelsohne
ein besonderes Erlebnis, schließlich führt keine Straße nach Moruca. Einziges
Fortbewegungsmittel sind Boote.
Im Chemnitzer Schulmodell entwickelte sich anschließend
ein Dialog zwischen den Schülern aus Chemnitz und Moruca. Die Unterhaltung in
Englisch, der Muttersprache der Gäste, war dank der Spontanität der Chemnitzer
schnell sehr lebendig, wenn auch nicht immer perfekt. Insbesondere Victor
Ferreira, der Schulleiter aus Moruca, informierte sich aufmerksam über die im
Schulmodell praktizierte etwas andere Art des Unterrichts.
Am Freitag ging es zu Solaris.
Dies war der besondere Wunsch der Gäste, sie wollten sich bei den Unterstützern
ihrer Schule persönlich bedanken. Herr Voigtländer von Solaris hatte eine
schöne Überraschung für die Gäste vorbereitet: jeder konnte sich einen kleinen,
von einer Solarzelle angetriebenen Ventilator bauen.
Eine kleine technische Leistung! Im Weiteren wurden die vielfältigen Nutzungen
der Solarenergie auf dem Gelände von Solaris vorgestellt.
Am Abend hatte die Naturschutzjugend unsere Gäste in das Schulbiologiezentrum eingeladen. Nach einer
Vorstellung des Geländes und der Aktivitäten zum Schutz der Natur, gab es beim
Grillen Gespräche über das Leben und Initiativen hier und dort. Die Schüler aus
Guyana beteiligen sich z.B. bereits seit einigen Jahren aktiv am Schutz der vom
Aussterben bedrohten Meeresschildkröten.
Leider mussten wir am Sonnabend bereits wieder Abschied
nehmen. Ein kurzer, aber schöner und neue Kontakte schaffender Besuch ging zu
Ende. Es werden aber zukünftig mehr Briefe zwischen Chemnitz und Moruca
gewechselt werden, da bin ich sicher.
Ein ganz besonderer Dank gilt
jenen, die diesen Besuch durch ihre Spenden und organisatorische Unterstützung
erst ermöglichten: insbesondere den privaten Spendern, den Stadtverbänden der
B90/Grünen und der PDS, dem Informationszentrum Weltladen e.V., dem Agenda-Beirat
und dem NABU.