Ausgabe 02/ 2002

 

 

 

 

Aus dem Inhalt:

 

·                   1. Ostdeutsches AGENDA-Treffen in Lauchhammer

·         Tag der Artenvielfalt

·         Aus dem AGENDA-Beirat

·         Spielplatzpaten stellen sich vor

·         Termine

 

Die stillen Reserven mobilisieren

1. Ostdeutsches AGENDA-Treffen in Lauchhammer

 

Oft wachen die Menschen erst auf, wenn sie von jenen Entscheidungen betroffen werden, die Politiker gefällt haben. Sich verstärkt vorher einzumischen ist ein zentrales Anliegen der Lokalen Agenda 21 formulierte Dr. Hartmut Scholz, der Organisator des Treffens aus Lauchhammer beim 1. Ostdeutschen AGENDA-Tag.

Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, stellte fest, dass in der Landes- und Kommunalverfassung genügend plebiszitäre Elemente enthalten sind. Die Bürger, besonders auch die Jugendlichen, müssten sie nur ausschöpfen. Er betonte, dass aus seiner Sicht der AGENDA-Prozess der einzelnen Kommune selbst überlassen bleiben sollte, eine Anschiebung und Unterstützung von außen lehnte er ab. Gleichzeitig betonte er aber, dass der Städtebund den AGENDA-Prozess unterstützt.

In verschiedenen Arbeitsgruppen wurde thematisch gearbeitet. In der AG Mittel- und Großstädte wurde ein intensiver Erfahrungsaustausch gepflegt. Am Beispiel Wismar konnte man erfahren, wie eine Hochschule sich intensiv in den AGENDA-Prozess einbindet. Hier haben Professoren der Hochschule die Moderation der AGENDA-Gruppen übernommen. Dies verhilft zu einem hohen fachlichen Niveau und zu der Möglichkeit, Studentenarbeiten zielgenau für den AGENDA-Prozess zu nutzen. Gleichzeitig ist die Hochschule über die AGENDA viel enger mit der Stadt verbunden, es entstehen jetzt gemeinsame Initiativen und Synergieeffekte.

In Oranienburg begann der AGENDA-Prozess mit 2-jähriger Arbeit an den Leitbildern und Beschluss dieser durch den Stadtrat im Jahr 1999. Danach wurde mit Projekten angefangen. Diese Projekte werden über und mit der Stadtverwaltung gemeinsam gestaltet. Ein Vorteil ist die verwaltungsinterne gute Ämterzusammenarbeit dabei. Bürger werden vor allem projektbezogen beteiligt, wenn es z.B. um die Gestaltung ihres Umfeldes geht.

In Wismar und in Oranienburg genießt die AGENDA durch die Anbindung des AGENDA-Büros als Stabsstelle an das Oberbürgermeisterbüro eine entsprechend hohe Wertschätzung

 

Die Stabilisierung der AGENDA-Prozesse ist für die weitere Nachhaltige Entwicklung sehr wesentlich. Dazu wird auf die von München und der Uni Bremen erstellte MPS-Studie verwiesen (unter www.zwe.uni-bremen.de abrufbar), in der wesentliche Faktoren für die Stabilität von AGENDA-Prozessen ausgearbeitet wurden.

Von den Anwesenden wurden folgende Schwerpunkte thematisiert:

ausreichende Finanzierung

·         es wird auf externe Finanzierungsmöglichkeiten hingewiesen: Stiftungen u.ä., Finanzierungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem Stadtmarketing (Sparkassen, örtliche Firmen, Kommune) - z. B. in Bad Liebenwerda

·         Es wird gefordert, dass bei der Personalfinanzierung die Kommunen nicht allein gelassen werden, hier müssen Land und Bund mindestens als Kofinanziers wirksam werden, AGENDA kann nicht nur den Kommunen allein überlassen werden

·         es gab auch die Aussage, dass AGENDA ganz ohne Finanzen laufen kann – Schwerin

Politikwirksamkeit

·         AGENDA-Prozesse bedürfen zu ihrer Umsetzung der Politik

·         Möglichkeiten der Politikwirksamkeit:

·         AGENDA-Beirat als beratendes Organ für den Stadtrat – Chemnitz und Pirna haben damit gute Erfahrungen gesammelt

·         Einbeziehung von Stadträten in den AGENDA-Prozess, Überzeugung der Stadträte in

·         persönlichen Gesprächen von wichtigen Zielen – Schwerin, Teltow

·         Überlegung zur Bildung eigener AGENDA- oder Bürgerschaftslisten

Stadtverwaltung und AGENDA

·         Stadtverwaltung ist zur Umsetzung des AGENDA-Gedankens in der Kommune zwingend Partner, muss mitziehen

 

·       Wichtig ist, dass der Bürgermeister/ Oberbürgermeister den Prozess mitträgt, sonst gibt es Schwierigkeiten in der Umsetzung des AGENDA-Gedankens

·       In verschiedenen Kommunen ist das AGENDA-Büro in der Stadtverwaltung, z.T. direkt beim OB, angesiedelt- z.B. Wismar, Oranienburg, Rostock... - dort auch positiv laufend

·       in anderen Kommunen AGENDA durch Vereinstruktur organisiert - Teltow

·       es gibt in vielen AGENDA-Prozessen Schwierigkeiten mit der Stadtverwaltung

Zur besseren Wirksamkeit sollte AGENDA sich in bestehende Netzwerke einbinden bzw. diese nutzen- z. B. attac und andere bestehende Strukturen

·       Gedanke: AGENDA sollte als Bürgerschaftsprozess verstanden werden und sich nicht so stark auf Verwaltung und Politik konzentrieren

dieser Gedanke wurde in der Diskussion nicht getragen, für

die Umsetzung und Wirksamkeit des Prozesses ist die gesamte Kommune nötig

Welchen Bezug haben Vorhaben wie soziale Stadt, Stadtumbau o.ä. zur AGENDA?

 

Dies sind Vorhaben, die von der Stadt - Stadtverwaltung getragen werden. Durch die Anforderungen der Bürgerbeteiligung sind sie aber durchaus in das Spektrum agendarelevanter Vorhaben einzustufen. Ähnliches gilt für die Stadtumbauprozesse.

Im Stadtumbau ist Nachhaltigkeit als Anforderung mit formuliert. Es ist jetzt die Forderung aufzumachen, dass diese Nachhaltigkeit auch wirklich realisiert wird. Forderung: In die Stadtumbauprozesse sind die AGENDA-Prozesse einzubeziehen, wirklich nachhaltige Maßnahmen müssen eingefordert werden. Ein Lippenbekenntnis zur Nachhaltigkeit genügt bei diesen schwerwiegenden Abriss- und Umbaumaßnahmen nicht.

Angerissen wurden noch die Fragen der Wirksamkeit des Nachhaltigkeitsrates in die Kommunen hinein und die Art der Wechselwirkung zwischen Nachhaltigkeitsrat und der kommunalen AGENDA-Ebene. Hier gibt es eine Unzufriedenheit, es gab keine Diskussion der Nachhaltigkeitsstrategie mit der kommunalen Ebene.

In einer anderen Arbeitsgruppe wurden die internationalen Beziehungen diskutiert. Aus Chemnitz stellte Manfred Hastedt die Städtepartnerschaft mit Timbuktu vor.

 

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Tag der Artenvielfalt

 

Am Sonnabend, dem 25.5.02 fand in Chemnitz zum ersten Mal der Tag der Artenvielfalt statt. Organisiert wurde er vom AGENDA-Büro gemeinsam mit dem Umweltamt auf der Fläche des ehemaligen Tanklagers im Zeisigwald. Ein vielfältiges Angebot war vorbereitet: botanische, ornithologische Exkursionen, eine Führung zur Geschichte des Gebietes, sowie eine mit dem Förster. Es wurde das Leben in Tümpeln und Gewässern, Kleinsäugetiere des Gebietes und essbare Maipilze vorgestellt. Spezielle Angebote für Kinder waren eine Entdeckertour, eine Ökorallye sowie Waldpädagogik. Des weiteren gab es noch Interessantes in der Naturschutzstation Adelsberg: man konnte mittels Videokamera das Leben in einem Sperlingsnest beobachten.

Die meisten Beteiligten hatten aus Freude an einer solchen Aktion ihre Freizeit geopfert. Es war eine gute Stimmung

 

 

 

und auch für die eingefleischten Naturfreunde gab es einiges zu entdecken und dazu zu lernen. Wer kennt schon die essbaren Maipilze? Wer weiß schon, was alles in einem Tümpel kreucht und fleucht? Wie sieht eine Himmelsleiter aus?

Leider war die Besucherresonanz nicht allzu groß oder besser gesagt, viel geringer, als erhofft, obwohl das Wetter optimal mitspielte. Wir werden bei der nächsten Aktion die Bekanntmachung stärker in unsere Hand nehmen, hier hatten wir uns etwas zu stark auf das Umweltamt verlassen. Aber nichtsdestotrotz, es war ein schöner Tag, der allen Beteiligten Spaß gemacht hat.

Den Abschluss des diesjährigen Tages der Artenvielfalt wird es am 14.6.02 mit der Übergabe von Preisen an die ausgelosten 4 Gewinner der Ökorallye geben. Die Ökorallye hatte das AGENDA-Büro gemeinsam mit Mitarbeitern des NABU und des Umweltzentrums gestaltet. Die Stadtwerke haben uns Geld für diese Preise gespendet.

Herzlichen Dank dafür.

 

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Zahlen – Fakten – Hintergründe

 

Tanklager Zeisigwald/ Euba

1910 bis 1945 als Übungsschießplatz

Westgruppen der sowjetischen Truppen bis 1991 als Tanklager

Fasslager, Gefechtsbetankungsbahn, Garagen, Reparaturrampen sowie Tankfelder mussten saniert werden

Rückbau - und die Rekultivierungsarbeiten kosten insgesamt sechs Millionen DM.

 

Sanierung des Übungsgeländes Euba und des Eibsee

seit 1930 Standortübungsplatz erst der Reichswehr und dann der Wehrmacht

bis 1990 Übungsgelände der Westgruppe der sowjetischen Truppen

viele Chemnitzer und Nachbarn des Eibsees nutzten das Gelände als illegale Mülldeponie!!

beräumt wurden ca. 50 Kühlschränke, über 126 Tonnen Altreifen (über 10.000 Stück), Kfz-Schrott, 80 Autowracks etc.

 

folgende Waffen bzw. Munition gefunden:

22.000 Stück Handwaffenmunition

46 Handgranaten

196 Nebelkörper

16 Panzerminen

über 1.000 Zünder

Entsorgung und Sanierung des Gesamtgeländes kostete ca. DM 700.000.

 

Munitionslager Euba

1968 nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in die Tschechoslowakei errichtet

auf dem Gelände stehen 30 Garagenhallen für Munitionsfahrzeuge, ein ehemaliger Schrottplatz, ein Wachlokal sowie ein Schweinestall

insgesamt 19 Flächen als voraussichtlich kontaminiert eingestuft

 

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Aus der AGENDA-Beiratssitzung vom 27.5.02:

Bericht der Stadtumbau GmbH (Herr Peter, Geschäftsführer)

 

Gründung der Stadtumbau GmbH im November 2001

Chemnitz weist einen Wohnungsleerstand von ca. 40 – 43 000 WE aus. Davon sind ca. 20 000 nicht marktfähig (Abriss).

Derzeitige Mitglieder der GmbH:

Chemnitzer Allgemeine Wohnungsbaugenossenschaft e.G.

GGG

Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft e.G.

WCH

WCW

Hinzu kommt noch die Sächsische Wohnungsbaugenossenschaft

Die Stadtumbau GmbH koordiniert und steuert. Ein bestellter Beirat unterstützt und berät sie dabei.

Vorsitzender: Regierungspräsident Herr Noltze

Stellvertreter/in Baubürgermeister/in

Mitglieder sind:   Wohnungseigner

Kreditinstitute

Planungsbüros

Regierungspräsidium

Sächsisches Staatsministerium des Innern

Aufgaben

Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung von Stadtumbaumaßnahmen.

Konzepte zum Rückbau (bislang liegen 273 Anträge mit 11 791 WE vor)

Organisatorische Vorbereitung des Abschlusses von Fördervereinbarungen zwischen Land, Kommune und Wohnungseignern

Mitwirkung bei der Erarbeitung und Umsetzung von Sozialplänen

 

Vermittlung von Ersatzwohnungen (Bildung eines Wohnungspools) und Organisation der Umzüge

Erstellung der Verwendungsnachweise und Auszahlungsanträge für die Fördermittel

Sozialplanung

Information der Mieter über geplanten Rückbau bzw. Abriss

Unterbreitung möglicher Angebote an Wohnungen/ Zwischenwohnungen

Unterstützung sozial schwacher und hilfsbedürftiger Mieter

Organisation des Umzugsmanagements und der Umzugsbeihilfen

In der anschließenden Diskussion wurden die verschiedensten Fragen aufgeworfen. Dabei ging es um die Einbeziehung privater Vermieter und Entwicklung eigener Konzepte der Antragsteller (Weiske), wer stellt den Sozialplan auf (Koch), gibt es Abweichungen vom InSEP und wer koordiniert Stadtentwicklung (Becker) und erfolgt der Umzug ins Umfeld oder weiter weg (Weiske).

Herr Peter ging auf die Fragen ein und führte unter anderem aus:

Auch private Vermieter werden einbezogen (z.B. Haus und Grund). Die Anträge bewegen sich prinzipiell im Rahmen des InSEP. Hoheitliche Aufgaben der Stadt werden nicht berührt. Das InSEP stellt den Rahmen dar auf dessen Grundlage für die Pilotprojekte Hutholz Nord, Morgenleite, Fuchsdelle, Alter Flughafen und Markersdorf Quartierskonzepte erarbeitet werden, die die Wohnumfeldgestaltung unter Einbeziehung der Mieter auf der Basis von Mieterbeiräten beinhalten. Bei den bisher notwendigen Umzügen stellte sich die Tendenz heraus, in der Nähe des bisherigen Wohnumfeldes zu bleiben.

 

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13.5.2002 – Ortstermin André-Platz

Spielplatzpaten stellen sich vor

 

Die Kinderbeauftragte der Stadt Chemnitz und das AGENDA-Büro hatten eingeladen.

In Anwesenheit einiger Presseleute beraten die ehrenamtlichen Spielplatzpaten natürlich vor Ort die nächsten Aktivitäten und Termine.

 

 

So gut besucht und von Kindern und Eltern gern angenommen sind sicher nicht alle Spielplätze der Stadt. Hier pulsiert das Kinderleben.

Der Spielplatz André-Platz bietet aber auch einen entscheidenden Vorteil: es gibt eine räumliche und damit auch eindeutig optische Trennung zwischen den Bedürfnissen der.

 

Kinder und Eltern auf der einen und den Hundebesitzern mit ihren Lieblingen auf der anderen Seite. Hundespielwiese und Hundetoilette - nicht überall eine Selbstverständlichkeit

 

 

Spielplatzpaten und die Hauptpersonen – die Kinder – haben sich für den 10.6.2002 viel vorgenommen.

Ein

 

Sommerfest

 

soll steigen. Neben Spiel, Spaß und guter Laune sollen die besten Sandburgen prämiert werden. Da kann man nur schönes Wetter und gutes Gelingen wünschen.

 

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Email an das AGENDA-Büro

 

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