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Aktuelles

Die Perspektive wechseln:

Zur kulturellen Dimension der Nachhaltigkeitsdebatte

"Das im Jahr 1972 erschienene Buch »Die Grenzen des Wachstums« markiert einen Wendepunkt. Die vorherigen zwei Jahrzehnte waren in Westeuropa sowie den USA Jahrzehnte des vermeintlich unbegrenzten Wachstums. Aufbau von Industriezweigen, die bemannte Raumfahrt, Vollbeschäftigung, Expansion des Wissenschafts- und des Hochschulsektors – alles schien auf unbegrenztes Wachstum hinauszulaufen. In Westdeutschland konnte sich endlich etwas gegönnt werden. Die Probleme der sogenannten Dritten Welt waren weit weg.

Der mit dem Wachstum verbundene Fortschrittsoptimismus erhielt durch das erwähnte Buch einen ersten empfindlichen Dämpfer. Höher, schneller, weiter schien nicht automatisch zu mehr Wohlstand zu führen. Die Studie »Die Grenzen des Wachstums« war vom Club of Rome in Auftrag gegeben und unter anderem von der Volkswagen Stiftung finanziert worden. Anhand von umfänglichen Computersimulationen – seinerzeit noch mit raumfüllenden Großrechenanlagen – wurde berechnet, welche Folgen der weitere Ressourcenverbrauch für unseren Planeten hat und welche Konsequenzen ein weiteres Wachsen der Erdbevölkerung nach sich ziehen würde.

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Zwei Lager entstanden: Die einen, die fest davon überzeugt waren, dass Wohlstand und Fortschritt nur durch ein »Weiter so«, also durch ein immer mehr, immer schneller gesichert werden können.

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Die seinerzeit geprägte Verzichts- und Verlustlogik, die ein fast asketisches Leben zum Ideal erhob, ist meines Erachtens eines der größten Probleme in der Debatte um Nachhaltigkeit und der Grund warum eine drigend notwendige Politik der Nachhaltigkeit sich bislang nicht durchsetzen konnte. Diese Logik umzudrehen, die Perspektive zu wechseln, ist darum die wichtigste Aufgabe bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Und dieses ist zuallererst eine kulturelle Herausforderung.

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Die UN-Agenda 2030 hat selbst bereits einen wichtigen Beitrag zum notwendigen Perspektivwechsel geleistet. Sie richtet sich an die gesamte Völkergemeinschaft.

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Das Thema Nachhaltigkeit muss kulturell bearbeitet werden. Wenn uns dies gelingt, wird nicht mehr der Verzicht als erstes stehen, sondern der Gewinn. Der ökonomische Gewinn, denn nachhaltiges Wirtschaften ist längst ein Markt und Wirtschaftsfaktor. Der ökologische Gewinn, denn der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist essenziell für unser Überleben. Der soziale Gewinn, denn eine nachhaltige Gesellschaft orientiert sich am Gemeinwohl. Der gesellschaftliche Gewinn, denn in einer Welt zu leben, in der Natur und Kultur dauerhaft miteinander auskommen, ist die Voraussetzung für ein gutes Leben."

Olaf Zimmermann Publizist, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

www.huffingtonpost.de/entry/die-perspektive-wechseln-zur-kulturellen-dimension-der-nachhaltigkeitsdebatte_de_5a48ede1e4b0df0de8b06b22